Juli 2004

Hier stehen die Einträge meiner ersten 4 Wochen bei meinem neuen Herrchen und meinem neuen Frauchen.

Woche 1 : 03. - 09.07.2004

03.07.04

Heute habe ich einen aufregenden Tag hinter mir. Ich bin heute in mein neues Zuhause gekommen. Meine neue Menschenfamilie hat mich mittags abgeholt, so dass ich noch den ganzen Vormittag mit meinen Geschwistern spielen konnte. Allerdings musste ich mich von einigen schon vorher verabschieden, da sie schon auf die große Reise in die Welt hinaus gegangen waren.

Aber nun war ich dran. Ich habe mich schon schweren Herzens von meinen Brüdern, Schwestern, meiner Mama, meinem Onkel John und natürlich auch von meinen bisherigen Menschen Roswitha und Peter (sie werden von den anderen Menschen immer Züchter genannt, aber für mich waren sie mehr als das) getrennt. Doch nun habe ich ein neues Zuhause und ich bin doch sehr neugierig auf mein Leben hier.

Für den ersten Tag gab es doch sehr viel Neues, aber ich denke, ich war sehr tapfer, außer die ersten 20 Min. im Auto habe ich nicht gejammert. Dann ist mir im Auto schlecht geworden, das war mir wirklich peinlich, ich wollte doch einen guten Eindruck machen. Aber ich bin doch schließlich auch noch nie Auto gefahren, ich musste mich doch erst an das Schaukeln und die Kurven gewöhnen. Meine neuen Menschen waren aber gut vorbereitet und hatten ein großes Handtuch dabei, das alles aufgefangen hat. Aber dann ging es. Nachdem mein Magen leer war, habe ich mich ruhig hingelegt und den Rest der Fahrt bei meinem neuen Frauchen auf dem Schoß geschlafen.

Dann angekommen, habe ich gesehen meine neue Familie hat auch einen Garten, wie Roswitha und Peter und ich habe mich gleich wohl gefühlt. Und diese komischen Pflanzen, die da stehen, knöpfe ich mir noch vor. Matthias und Silvia haben immer gesagt, ich soll die Brennnesseln nicht abrupfen, aber ich werde von diesem Kribbeln ganz verrückt. Ich muss da einfach reinbeißen, dann muss ich mich schütteln und dann wieder reinbeißen. Das ist lustig. Übrigens war ich heute sehr oft im Garten, habe schon ganz viel hinterlassen, so kleine Seen und Häufchen, ich will ja auch die Wohnung nicht so dreckig machen, hier im Garten darf ich machen, ohne aufpassen zu müssen, ob das in Ordnung ist. Einmal hat es heute sooo stark geregnet, dass Matthias und ich noch eine Weile unter diesem, wie heißt das, „Pavi-„ äh „Pavilon“ oder so ähnlich, sitzen geblieben sind, bis die dicksten Tropfen vorbei waren.

Dann habe ich die Wohnung erkundet. Matthias hat mir als erstes mein Körbchen gezeigt. Da ist eine flauschige Unterlage drin, so eine wie ich bei meinen Geschwistern hatte, dadurch habe ich sofort verstanden: dies ist mein Reich, hier fühle ich mich sicher.

Alle anderen Zimmer habe ich mittlerweile auch erkundet. Es ist doch sehr schön hier, nur die Räume mit den Fliesen sind mir noch nicht so geheuer. Da gucke ich vielleicht morgen mal näher rein. Vor allem aus der Küche kommen immer wieder so unheimliche klappernde Geräusche und die Mikrowelle und die Dunstabzugshaube sind ziemlich laut und machen mir noch ganz schön Angst.

Ach ja, und viel gespielt habe ich heute auch schon und viel gefressen. Nachdem ich meinen Magen ja im Auto entleert hatte, war ich ganz schön ausgehungert. Da habe ich sogar das reine Trockenfutter gefressen, wobei ich sonst lieber etwas Nassfutter dazu hätte.

Schließlich war ich ganz schon fertig, so dass ich in meinem Körbchen eingeschlafen bin, als hätte jemand bei mir einen Schalter umgelegt.

Nun geht es gleich auch wieder ins Bett, d.h. Matthias und Silvia haben irgendetwas von Hundebox gesagt, da soll die ganze Nacht alleine rein und die beiden dürfen in das kuschelige Bett. Mal sehen, ob ich das möchte, sonst mache ich aber Rabatz. Nun aber gute Nacht, liebes Tagebuch, bis morgen.

 

04.07.04

Ich war soooo allein in der Box. Trotz Kuschelunterlage und meinem Lappen mit dem Geruch meiner Familie, den Roswitha und Peter meinen neuen Menschen mitgegeben haben fand ich das gar nicht lustig, als das Licht ausging und ich ganz allein hinter Gittern saß. Ich durfte wirklich nicht mit ins Bett. Ich hab’ es ja geahnt. Aber Matthias hat dann wenigstens seine Hand runterhängen lassen, so dass ich riechen konnte, dass sie noch da sind. Da war ich doch sehr beruhigt und konnte einschlafen. Allerdings musste ich um 04:10 Uhr und um kurz nach 07:00 Uhr ganz nötig. Da ich in meinem Dreck nicht liegen möchte, musste ich also meine Menschen wach machen, damit sie mit mir in den Garten gehen. Das war echt nicht leicht. Ich habe so laut ich konnte gefiept und gejault, bis Matthias aufgestanden ist und mit mir rausging. Aber ich muss sagen, im Prinzip hat es sehr gut geklappt, es war noch nicht einmal nötig in die Wohnung oder in die Box zu machen. Die beiden Menschen waren immer schnell dabei, wenn ich musste. Sie sind mit mir auch rausgegangen, wenn ich dachte, ich muss gar nicht, draußen habe ich aber dann vorsichtshalber doch gemacht. Sicher ist sicher !

Mal sehen was heute noch so ansteht, ich mache aber erst mal Schluss. Bis bald liebes Tagebuch.

 

05.07.04

Ich muss sagen, ich erlebe hier in Paderborn doch wirklich jeden Tag Neues. Heute bin ich zum ersten Mal in meiner Transportbox mit dem Auto mitgefahren. Ich weiß gar nicht, was Matthias und Silvia die ganze Zeit für Sorgenfalten auf der Stirn hatten. Ich habe mich einfach hineingelegt und habe die Fahrt in Ruhe genossen. Das war doch etwas anders als die Fahrt von meiner Herkunftsfamilie nach Paderborn. Ich schlafe ja schließlich auch nachts in der Box und deshalb weiß ich doch, das mir darin nichts geschieht. Schlecht geworden ist mir dieses Mal auch nicht, denn Matthias ist sehr vorsichtig gefahren. Und die Fahrt dauerte doch nur 10 Min. Wo es hinging muss ich dir noch erzählen, liebes Tagebuch, zum Tierarzt. Das war es sehr schön, ein kleines Mädchen hat mich so lieb gestreichelt während wir warten mussten. Dann hat mich die Tierärztin abgetastet, auf einem hohen Tisch, von da aus konnte ich alles überblicken. Ach, und abgehört hat sie mich, mit einem leckeren Stethoskop, da habe ich echt gut reinbeißen können, aber ich sollte das wohl nicht. Danach gab es eine leckere Paste zu schlecken, da hätte die Tierärztin mir ruhig mehr von geben können. Matthias und Silvia hatten extra meinen Kot in einer Tüte mitgebracht, weil sie wissen wollten, ob da wohl Würmer drin sind. Woher sollten die denn kommen ? Ich habe doch noch nie Würmer gefressen, die beiden nehmen mir doch immer gleich alles aus dem Maul, wenn ich draußen etwas Tolles gefunden habe.

Später, als wir wieder zu Hause waren, hat Silvia bei der Tierärztin angerufen und die hat gesagt, ich hätte keine Würmer. Das hätte ich ihr auch sagen können.

Nach dem Tierarzt sind wir dann zu Silvias Eltern gefahren. Die sind auch sehr nett und haben viel mit mir getobt. Eine tolle Familie, in die ich da gekommen bin. Hoffentlich haben es meine Geschwister auch so gut wie ich. Aber ich glaube schon, ich durfte ja alle kennenlernen und Roswitha und Peter haben für uns alle gute Menschen gefunden, die uns mögen. Ich bin gespannt, ob ich mal alle irgendwann wiedersehe und was aus ihnen geworden ist.

 

06.07.04

Heute habe ich endlich mal einen längeren Spaziergang machen dürfen. Das Wetter war heute einmalig, so dass wir nicht nur die 50 m bis zum Waldrand gegangen sind, oder gar nur in den Garten. Heute sind wir bestimmt 1 km gegangen. Zuerst mochte ich den dunklen Waldweg nicht, aber dann konnte ich rennen, von Matthias zu Silvia und wieder zurück, das war richtig schön und abenteuerlich. Ich habe auch schon jede Menge andere Hunde kennengelernt. Die gehen mit ihren Menschen auch im Wald spazieren. Heute erst wieder einen Cockerspaniel, der war sehr nett und zwei größere Hunde, da weiß ich nicht, wie die Rasse heißt. Die habe ich mal vorsichtshalber angeknurrt und wollte sie mit meinen Schnappversuchen verjagen. Ich muss sagen, hat auch geklappt. Matthias und Silvia haben zwar so getan, als wären andere Hunde nichts Besonderes, aber ich trau solch großen Hunden noch nicht. Von so viel Neuem bin ich doch sehr geschafft gewesen und habe dann fast den ganzen Rest des Tages verschlafen. Die letzten Tage war es doch alle sehr anstrengend und das will ja auch verarbeitet werden. Matthias und Silvia hatten Verständnis und haben mich schlafen lassen. Ich habe aber schon gehört, dass ich morgen Vormittag mit in die Stadt soll und dass ich nachmittags schon wieder neue Leute kennenlernen darf. Da freue ich mich jetzt schon drauf. Bis dann also.

 

07.07.04

Wie zu erwarten, war ich heute mit Matthias und Silvia in der Stadt. Das war eine Schulklasse mit ganz vielen lieben Kindern, von denen habe ich mich gerne streicheln lassen. Bis ich plötzlich einen Rivalen entdeckt habe, einen von diesen größeren Hunden, die ich nicht einschätzen kann. Und bevor er mich frisst, habe ich gedacht, versuche ich lieber ihn zuerst zufressen. Also habe ich was ich konnte geknurrt, gebellt und gleichzeitig alle Haare aufgestellt. Und anstatt dem anderen Hund hat das wohl den Kindern Angst gemacht, denn sie sind zurückgewichen und haben sich auch so schnell verabschiedet. Aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen, es ging ja schließlich um mein Leben ! Nur der Matthias hat mich so festgehalten, dass ich den anderen Hund nicht fassen konnte. Seine Besitzerin wiederum hat ihn so festgehalten, dass er nicht näher an mich heran kam. Aber er hätte kommen können, ich war bereit.

Später am Tag fuhren zur Firma bei der Matthias arbeitet. Seine Arbeitskollegen und

-kolleginnen wollten mich unbedingt kennenlernen. Also sind wir sie kurz besuchen gefahren. Das war schön. Es ist immer schön, wenn ich merke, dass mich andere mögen. Sie wollten mich schon als Maskottchen gewinnen und wollten mich nur schwer nach Hause lassen.

Abends habe ich Bekanntschaft mit meiner neuen Zwillingsschwester gemacht. Mir war doch bis jetzt noch nicht mal aufgefallen, dass sie auch hier wohnt. Das heißt, ich bin ihr eigentlich nur im Schlafzimmer begegnet. Die hat mich einfach nachgemacht. Egal, was ich getan habe, sie hat das gleiche getan. Ich habe versucht sie zu vertreiben und habe sie angeknurrt und gebellt, aber sie ist nicht verschwunden. Silvia wollte mir irgendetwas über „Spiegel“ erklären, aber ich habe das nicht ganz verstanden, ich war zu aufgeregt. Wehe, die macht mir mein neues Zuhause streitig !

 

08.08.04

Heute war ein verhältnismäßig ruhiger Tag. Wir waren zu Hause und haben Besuch von Ingrid und Karl-Heinz, den Eltern von Silvia, bekommen. Wir haben viel gespielt habe Karl-Heinz als er am Boden lag, das Gesicht abgeschleckt.

Außerdem habe ich heute viel geübt : „Sitz“ kann ich schon ganz gut. Ich verstehe nur nicht, warum ich nur ab und zu ein Leckerchen dafür bekomme. Manchmal möchte ich gerne eins, gehe zu Silvia und mache ganz freiwillig „Sitz“ und sie sagt, dass das nicht gelte. Aber, wenn sie sagt „Sitz“ und ich mich dann hinsetze, dann gelte es schon. Merkwürdig.

 

09.07.04

Heute waren wir wieder mit dem Auto unterwegs. Wir waren bei Ingrid und Karl-Heinz. Ach, mit den beiden kann man so schön spielen. Ich habe gar nicht gemerkt, dass Matthias und Silvia für etwa 20 Min. nicht in der Wohnung waren, sie haben den Hausflur geputzt und konnten so mal testen, ob ich denn wohl bei den Eltern von Silvia jammere. Nein, habe ich nicht. Es ist doch schön dort.

Ein Stockwerk höher wohnt Thea, die Mutter von Karl-Heinz, bzw. die Oma von Silvia. Da sind wir auch hingegangen. Sie hat sich sehr über meinen Besuch gefreut und hat mir von den vielen Hunden erzählt, die sie in ihrem Leben schon hatte : Spitze, Pudel, eine Abstammung vom Pinscher und noch einige andere. Sie hat mir einige Leckerchen gegeben, auch ohne „Sitz“.

Abends habe ich dann nähere Bekanntschaft mit weiteren Mitbewohnern in unserer Wohnung gemacht : Mini, Nana und Pepe, den 3 Wellensittichen. Ich habe sie schon von weitem beobachtet, aber heute habe ich sie ganz nah beschnüffelt. Sie können fliegen, das kann ich nicht, dafür könnte ich sie mit einem Haps verschlingen, wenn ich wollte, aber das will ich ja gar nicht.

Woche 2 : 10. - 16.07.2004

10.07.04

Junge, junge das war wieder ein Tag ! Morgens war ich mit Matthias bei der sogenannten Welpenspielstunde. Aber zunächst haben mich der Platz und die anderen Hunde nicht interessiert. Die Baustelle am Rand des Platzes war viel interessanter. Da konnte ich buddeln und am Zement lecken, doch leider hat Matthias ganz schnell da weg geholt. Ich sollte doch besser mit den anderen Welpen spielen. Mein neuer Freund der junge Schäferhund sah noch aus wie ein Teddybär so langes Fell hatte er. Er hat mich verteidigt, wenn mir die Dogge zu nah kommen wollte. Die Dogge war zwar erst 5 Monate alt, aber ging Matthias schon bis zum Beckenknochen. Aber einmal habe ich sie selbst vertrieben. Die war vielleicht ängstlich. Dann haben die Menschen einen Versuch gemacht, sie wollten uns rufen und gucken, ob wir kommen. Nachdem keiner meiner neuen Freunde gehört hat, habe ich gedacht, ich spiele mal braver Hund und bin, als Matthias nach mir rief, zu ihm hin gelaufen und habe mich neben seine Beine gesetzt. Der war vielleicht stolz auf mich und hat mich ganz doll gelobt. Das war schön. Matthias hat gesagt, dass wir zu diesem Platz nicht mehr fahren, wegen der Baustelle. Außerdem waren an dem Platz Doggen im Zwinger. Die habe ich erst einmal geärgert. Die konnten ja nicht raus, also habe ich sie angebellt, so dass sie ganz verrückt wurden. Aber Matthias meinte, wir brauchen eine Welpenspielstunde, in der ich schön mit anderen Welpen spielen kann und nicht abgelenkt werde.

Nachmittags haben wir dann die Familie der Schwester von Matthias besucht. Die haben auch einen Hund : „Lucky“. Ich glaube er ist ein Parson Jack Russel Terrier. Wir haben um die Wette gebellt und geknurrt. Der soll mir bloß nicht zu nahe kommen, und Lucky wollte nicht, dass ich sein Revier betrete. Irgendwann haben wir uns dann beruhigt und wir wollten uns beschnüffeln, als eine Horde Kinder aus einem Auto stieg und mich streicheln wollte. Das war wirklich zu viel für mich. Ich bin doch selbst gestern erst zehn Wochen alt geworden. Da war das einfach zuviel auf einmal und Lucky und ich haben uns wieder angeknurrt. Eins geht schließlich nur; Lucky oder Kinder. Für den Rest des Tages habe ich Lucky dann nicht mehr gesehen, sie haben ihn eingesperrt. Und vor den Kindern hatte ich auch meine Ruhe. Matthias und Silvia haben meine Transportkiste aus dem Auto geholt und ich konnte darin ungestört ein Nickerchen machen. Das war nach so viel Aufregung auch wieder mal nötig.

 

11.07.04

Nach der Begegnung gestern mit Lucky meinten Matthias und Silvia, dass ich unbedingt Hunde kennenlernen sollte, die nett zu mir sind, damit ich keine dauerhafte Angst vor anderen Hunden entwickle. Also sind wir zu Freunden der beiden gefahren und ich habe Bodgar, den Beagle, und Tessy, die Jack Russel Hündin, getroffen. Matthias und Silvia dachten ja, dass unser Treffen nicht so tragisch ablaufen würde, wie das Treffen mit Lucky. Aber, dass wir uns gar nicht anbellen und gar nicht anknurren, haben sie nicht gedacht. Bodgar und Tessy sind aber auch tolle Zeitgenossen, wir haben sofort miteinander gespielt. Tessy hat mir gezeigt wie toll man im Garten rennen kann, bis ich etwas gefunden habe : Ein Bäumchen zum Ausbuddeln. Da haben sie mich immer wieder drunter weggezogen, aber ich war wie in Trance, ich musste dort wieder hin und weiterbuddeln.

Später haben wir Andrea und Guido besucht. Vor lauter Buddeln und Spielen mit Bodgar und Tessy habe ich ganz vergessen, dass ich eigentlich musste. Und da Matthias und Silvia auch nicht gut genug auf meine Bedürfnisse geachtet haben, habe ich es schließlich nicht mehr ausgehalten und bei Andrea und Guido als erstes auf den Läufer gemacht. Oh, das tat mir leid, aber es ging nicht anders. Ich wurde zu Glück nicht ausgeschimpft, dafür ist Matthias dort jede Stunde mit mir raus gegangen, ob ich musste oder nicht. Ansonsten war es schön bei den beiden, wir haben viel gespielt und schließlich durfte ich auf dem Sofa schlafen.

 

12.07.04

Der heutige Montag war ein ruhiger Tag. Am späten Nachmittag hat uns Annika besucht, eine sehr liebe Freundin von Matthias und Silvia. Die wollte mich schon in eine Decke packen und heimlich mit zu sich nach Hause schmuggeln. Aber sie hat gesagt, dass ich es bei Matthias und Silvia doch besser hätte, weil die beiden mehr Zeit haben für mich als sie.

 

14.07.04

Heute habe ich mit meinen neuen Freunden Bodgar und Tessy einen schönen langen Spaziergang gemacht. Unsere Menschen waren auch dabei. Es gab ganz viele neue Gerüche zum Erschnüffeln. Dadurch bin ich immer wieder weit zurückgefallen. Ich brauche eben Zeit für so viele neue Eindrücke. Ich glaube, Matthias und Silvia hatten ganz schön Sorge, dass ich nicht zu ihnen aufschließe, doch Sonja hat gesagt, dass ich das schon schaffe. Und so war es auch. Wenn sie schon ziemlich weit waren, haben sie mich gerufen und ich wollte dann doch nicht allein zurückbleiben, also bin ich gelaufen, ach was sage ich, gerannt wie verrückt bis ich wieder bei ihnen war. Zur Belohnung habe ich fast jedes Mal ein Leckerchen bekommen. Junge, junge ich konnte mich so richtig verausgaben. Das hat uns allen viel Spaß gemacht, obwohl es in Strömen geregnet hat. Nur nachher musste ich in die Badewanne. Das war nicht so lustig. Ich bin noch so klein, dass ich nicht alleine da raus springen kann. Und soviel Nass von oben, auch wenn es warmes Wasser war, finde ich nicht in Ordnung. Ich habe am ganzen Körper gezittert. Das Abrubbeln und Bürsten danach genieße ich dafür um so mehr. Jetzt bin ich aber todmüde und werde sicher gut schlafen. Morgen muss ich früh raus, da ist ein ganz besonderer Tag.

 

15.07.04

Wie ich gestern schon angedeutet habe, war heute ein ganz besonderer Tag. Wir sind mit Andrea und Guido an die Nordsee gefahren. Ich musste zwar ganz schön lange in der Box bleiben, aber da wir sehr früh losgefahren sind, war ich sowieso noch müde und habe fast die ganze Zeit geschlafen. Außerdem gab es ja ab und zu Pipi-Pausen.

Die lange Fahrt hat sich wirklich gelohnt. Die Sonne schien herrlich. Bei unserer Ankunft war noch Flut, d.h. das Wasser ging noch bis zum Strand. Ich habe viele schöne angeschwemmte Dinge gefunden, aber in Wasser habe ich mich nicht getraut, meine Menschen allerdings auch nicht. Später war dann Ebbe d.h. das Wasser ist wohl vor uns geflüchtet, ich weiß jedoch nicht wohin. Jedenfalls sind wir alle zusammen ins Watt gegangen. Das war ein komisches Gefühl. Ich wusste gar nicht, ob ich das gut oder doof finden sollte. Irgendwie war es merkwürdig. Ich habe mitgemacht, weil die anderen auch im Watt waren und das Rennen im Matsch war dann doch ganz schön, aber bei einem Priel, so eine Art Bach im Watt, war es mir doch zu viel. Da kenne ich keinem Spaß mehr. Ich wollte zurück. Aber hätte ich das gewusst, zurück am Strand musste ich unter die kalte Dusche. „Hiiilfeee !!!!!! Jauuul !!!!!!“

Am Strand habe ich später noch viele neue Hunde kennengelernt, es war nämlich ein Hundestrand. Das war dann wieder echt toll. Ich hoffe, wir fahren da mal wieder hin.

 

16.07.04

Heute Morgen haben uns weitere Nichten von meinen Menschen besucht; Svenja und Janka. Sie haben mit mir gespielt. Immer, wenn ich ihnen meinen Knabberknochen gebracht habe, haben sie ihn wieder durchs Zimmer geworfen. Das habe ich schon mit Silvia geübt, die kann das auch gut. Von ihr bekomme ich auch oft Leckerchen bevor sie erneut wirft, dabei hätte sie doch eins verdient, weil sie so schön wirft, sobald ich ihr den Knochen gebe.

Woche 3 : 17. - 23.07.2004

17.07.04

Es war wieder soweit. Es ging auf zur Welpenspielstunde. Dieses Mal bei einem anderen Hundeplatz in Paderborn. Hier gefiel es mir viel besser als auf dem letzten Platz. Matthias konnte leider nicht mit, dafür waren Silvia und Andrea mit dabei. Wir durften zunächst allein und ohne Zwang miteinander spielen und unsere Menschen haben uns dabei zugeschaut. Danach gab es dann in kleinen Gruppen Tipps, damit unsere Menschen noch besser den Umgang mit uns lernen und wir haben kleine Übungen gemacht. Die anderen Hunde fand ich aber viel interessanter, so dass ich fast die ganze Zeit laut gejault habe „ich will weiter spielen !!!“, aber das ich durfte leider nicht. Na, ja vielleicht nächstes Mal wieder. Dazu kam, dass es sehr heiß war, ich habe mich immer wieder in den Schatten von Silvia gelegt, doch die stand selten still. Wenigstens hat sie mich mehrere Male zum Wassernapf geführt, an dem ich etwas trinken konnte.

Übrigens habe ich heute eine Medaille bekommen, die trage ich ab jetzt immer an meinem Halsband. Meine Menschen sagen, dass sei meine Steuermarke, ich glaube eher, es ist eine Auszeichnung, weil ich so ein lieber Hund bin.

 

18.07.04

Heute habe ich meinen „Freund“ Lucky wiedergesehen. Du weißt schon, das ist der Hund von Matthias’ Schwester, der mich bei unserer ersten Begegnung fressen wollte. Silvia hat den Rat bei der Welpenspielstunde bekommen, dass ich Lucky auf einem für ihn fremdem Gebiet begegnen soll. Dabei soll er auch nicht angeleint werden und ich dafür schon, denn die Leine gibt uns Hunden Sicherheit, da wir die Beziehung zu unserem Menschen spüren können. Und es hat super geklappt. Ich habe mich vorsichtshalber ganz klein gemacht, so dass er mich auch wirklich nicht als Bedrohung empfinden konnte. Ich glaube, ich war kleiner als eine Maus und Lucky hat mich doch tatsächlich nicht gefressen, wir haben sogar ein bisschen gespielt, bzw. er hat mit mir gespielt ich habe mich selbst, wenn Matthias und Silvia gerufen haben, kaum an ihm vorbei getraut. Na hoffentlich kann er sich an mich erinnern, wenn ich ihn das nächste Mal besuche, nicht, dass er mich dann wieder fressen will.

 

20.07.04

Aua !!! Heute musste ich wieder zur Tierärztin. Das letzte Mal, hat sie mich so nett behandelt. Heute hat sie mir ganz schön weh getan. Impfung hat sie das genannt. Mit einer großen Spritze mit einer dicken Nadel vorne dran hat sie mich ganz schön gezwickt. Ich habe mich natürlich sofort heftig gewehrt. Obwohl sie mich mit dieser leckeren Paste ablenken wollte, hat sie vier Anläufe gebraucht, bis ich die Spritze im Nacken hatte und dann noch einmal, um den Impfstoff aus der Spritze zu drücken. Sie sagte, dass ich anscheinend sehr sensibel bin, denn andere Hunde würden von der Impfung gar nichts mitbekommen, sich allenfalls mal hinterher an der Einstichstelle kratzen. Ich bin eben ein besonderer Hund. Vielleicht war das Grund, warum ich wieder einen Orden bekommen habe. Jetzt habe ich schon zwei. Auf dem zweiten steht irgendetwas von Tollwut. Ich weiß zwar nicht, was das ist, aber die Orden klimpern so schön und deshalb behalte ich sie.

22.07.04

Liebes Tagebuch. Habe ich dir eigentlich schon erzählt, dass ich schon ganz viele „Kunststückchen“ kann ? Also Matthias und Silvia üben mit mir ganz fleißig. Das „Sitz“ kann ich am besten. Jetzt kann ich auch schon „Platz“. Bei „Peng !“ lege ich mich auf die Seite bzw. auf den Rücken wie ein toter Hund. Nur, wenn die beiden mir dann ein Leckerchen vor die Nase halten liege ich zwar auf dem Rücken, aber ich habe die Befürchtung, dass ich es vielleicht nicht bekomme, also muss ich doch noch zur Hand zappeln, damit sie nicht vergessen mir das Leckerchen zu geben. Dazu kann ich mich aus der „Peng !“-Position auch schon auf die andere Seite rollen. Ach, das macht mir alles viel Spaß. Allerdings habe ich immer noch nicht verstanden, warum ich die Belohnung nicht bekomme, wenn ich freiwillig mein neues Repertoire zeige. Ich gebe mir doch so viel Mühe.

 

23.07.04

Silvia wollte heute mal wieder testen, ob ich denn wohl schon längere Zeit allein bleibe. Kürzere Zeiten habe ich bis jetzt immer gut allein ausgehalten. Silvias Urlaub geht leider nun dem Ende zu und dann werde ich wohl oder übel 2-3 Stunden allein verbringen müssen. Aber ich möchte hier nicht wieder weg und daher habe ich mich von meiner besten Seite gezeigt. Bevor Matthias zur Arbeit gefahren ist, war er mit mir noch einmal Gassi und hat mir dann ein Spielzeug und eine Knabberstange im Körbchen gelassen. Er hat mich an der Stelle festgebunden, damit ich keinen Blödsinn machen kann. Schade ! Ich hätte hier gern mal nach meinem Geschmack aufgeräumt. Silvia ist dann noch 2 Stunden im Schlafzimmer geblieben und hat gehorcht, ob ich wohl jammere, das wusste ich aber nicht. Ich habe aber nicht gejammert. Ich dachte, wenn ich hier im Mietshaus zuviel Krach mache, muss ich bestimmt ausziehen, also habe ich in der Zeit lieber ein Nickerchen gemacht.

Woche 4 : 24. - 30.07.2004

24.07.04

Heute war ich wieder bei meinen neuen Freunden, bei der Welpenspielstunde. Ich war so aufgeregt, dass ich innerhalb der Stunde 3x auf den Platz geschi... habe. Aber es war sehr schön. Dieses Mal war ich nicht mehr die Kleinste. Ein kleiner Dackel war mir seinem Menschen da und der Dackel war gerade mal halb so groß wie ich. Ein schönes Gefühl auch mal auf andere runter gucken zu können. Wir haben heute verschiedene Untergründe auf der Wiese gehabt auf der wir laufen sollten. Kinderspiel ! Da waren ein Wellblech, eine niedrige Wippe, ein Gitterrost, eine Wanne mit vielen Bällen drin und eine Tonne, die wir durchlaufen konnten. Matthias und Silvia haben mich zwar gelobt, sie haben aber auch gesagt, ich sei eine Streberin, da ich hier alles sofort und ohne Angst gemeistert habe, doch zu Hause traue ich mich nicht über das Gitterrost, das vor dem Kellereingang liegt. Matthias will das aber noch fleißig mit mir trainieren.

Am Nachmittag waren wir im Wald und haben wieder einen schönen Spaziergang gemacht. Wir sind jedoch an einer Stelle falsch abgebogen, so dass wir einen Umweg gegangen sind. Es ging auf einmal ganz steil hoch und Matthias und Silvia waren ganz schön aus der Puste, ich auch ein bisschen, doch ich habe versucht es mich nicht anmerken zu lassen.

 

25.07.04

Karl-Heinz hat heute Geburtstag, also sind wir dorthin gefahren. Da war auch seine zu Besuch, die hat auch einen Hund; einen West Highland White Terrier. Wir haben den ganzen Nachmittag toll zusammen gespielt. Nur als unsere Menschen Kuchen gegessen haben, da habe ich doch versucht durch jaulen auch ein Stück abzubekommen, aber Matthias und Silvia ließen sich nicht erweichen. Gemein ! Die essen so leckere Sachen und ich muss immer zugucken. Dafür haben später Svenja und Janka mit mir gespielt, da habe ich gedacht, ich mache den beiden mal eine Freude und habe mich immer hingelegt, wenn die beiden „Platz“ gesagt haben. Svenja und Janka sind auch noch ziemlich kleine Menschen, sie sind erst 6 und 4 Jahre alt. Janke sagt immer „Luni“ zu mir : mein erster richtiger Spitzname.

 

26.07.04

Ach du je, das hätte ich fast vergessen. Heute war der große Tag, an dem ich so richtig allein bleiben musste. Und wie sollte ich mir hier allein die Zeit vertreiben ? Da wollte ich mal meine Geschwister anrufen. Nur an das Telefon kam ich nicht ran, aber an das Telefonkabel schon. Ich habe versucht selbst eine Verbindung herzustellen, doch außer einem durchtrennten Kabel habe ich nichts geschafft. Silvia fand das nicht so lustig. Als sie nach Hause kam, musste sie das Kabel erst mal reparieren. Dann hat sie es mit so einem Mittel eingesprüht, das mochte ich gar nicht. Das gleiche Mittel sprüht sie immer auf die Stellen in der Wohnung, auf die ich mal aus Versehen gemacht habe, davon muss ich immer niesen. Das richt gar nicht gut. Also lasse ich ab jetzt das Kabel lieber in Ruhe.

 

27.07.04

Das war eine schöne Überraschung, heute haben mich Bodgar und Tessy besucht. Wir sind eine schöne Runde durch den Wald gegangen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Bodgar sich etwas von mir genervt fühlt. Ich versuche, was ich kann, um ihn dazu zu bringen mir mir zu spielen, aber er knurrt mich immer wieder an. Schade, ich hab ihn nämlich sehr gern.

 

28.07.04

Heute war ich mit Silvia mal wieder in der Stadt. Es ist Kirmes. Die Stände waren aber noch zu und es war noch nicht so voll in der Stadt. Ich weiß noch nicht so recht, wie ich die Innenstadt finde. Es gibt dort soviel Neues, so viele unterschiedliche Gerüche, so viele verschiedene Leute und Kinder. Einerseits möchte ich an Allem schnuppern und die Menschen begrüßen, andererseits ist alles dort so groß und ich bin doch noch so klein, dass ich nicht so gerne mitgehe. Noch etwas Neues habe ich kennen gelernt. Ich bin mit Silvia durch eine Bahnunterführung gegangen. Das war gar nicht schlimm, ich bin einfach neben Silvia hergegangen, obwohl über uns ein Zug hinweg ratterte. Danach waren wir noch bei Silvias Eltern. Ach, ich freue mich immer, wenn ich mit Karl-Heinz spielen kann.

 

29.07.04

Hurra !!! Ich kann wieder etwas Neues. Ich bin zu ersten Mal alleine auf die Couch gesprungen. Bisher war das immer noch zu hoch für mich, aber heute hat es zum ersten Mal geklappt. Da kannst du mal sehen, wie groß ich schon geworden bin. Bei der letzten Messung war ich übrigens 23 cm hoch (vom Boden bis zum Rücken) und 3,4 kg schwer. Und das war am letzten Wochenende. Bis jetzt bin ich bestimmt schon wieder gewachsen.

Außerdem war Silvias Arbeitskollegin noch mit ihrem 9jährigen Sohn bei uns. Wir haben viel miteinander gespielt. Danach brauchte ich erst mal eine große Mütze voller Schlaf, ich war fix und fertig. Das hat aber auch Spaß gemacht.

 

30.07.04

So, wir haben Höflichkeitsregeln geübt. Das soll heißen, ich kann jetzt Pfötchen geben und das andere Pfötchen auch, aber das gebe ich nicht so gern.

Übrigens, dass ich nun allein auf das Sofa komme, habe ich dir ja schon erzählt, liebes Tagebuch. Aber heute bin ich tief gefallen. Ich wollte auf dem kürzesten Weg zu Matthias und Silvia, die gerade mein Futter fertig machten. Dazu hätte ich zuerst von dem Sofa wieder runter gemusst, um dann darum herum zugehen. Das wäre vielleicht der bessere Weg, aber nicht der kürzeste Weg gewesen. Also bin ich kurzer Hand auf die Rückenlehne gesprungen und von da „PLUMS !“ unsanft auf den Boden gefallen. Aber so schnell bringt mich nichts um, schon gar nicht, wenn es ums Futter geht ! Ich bin dann ganz fix in Küche zu meinen Menschen gelaufen und habe so getan, als wenn nichts gewesen wäre.

 

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